Variablen
Du kannst jetzt bunte Zeichnungen erstellen und hast gelernt, wie du den Stift hebst und senkst. Aber was, wenn du bestimmte Werte – wie die Größe eines Quadrats oder die Anzahl der Seiten – mehrmals verwenden möchtest? Hier kommen Variablen ins Spiel. Variablen sind wie Schubladen, in denen du Werte aufbewahren kannst. Sie machen deine Programme flexibler und leichter zu verstehen.
Was ist eine Variable?
Eine Variable ist ein Name, der einen Wert speichert. Stell dir vor, du hast eine Schublade mit dem Etikett “Seitenlänge”. In dieser Schublade liegt eine Zahl, zum Beispiel 80. Immer wenn du diese Zahl brauchst, schaust du in die Schublade “Seitenlänge”.
In Rust sieht das so aus:
let seitenlaenge = 80.0;
letbedeutet “lass” oder “erstelle” (eine neue Variable)seitenlaengeist der Name der Variable=bedeutet “bekommt den Wert”80.0ist der Wert, den wir speichern
Warum Variablen verwenden?
Variablen haben mehrere Vorteile:
- Lesbarkeit: Der Code ist leichter zu verstehen
- Wiederverwendung: Du kannst den Wert mehrmals verwenden
- Änderbarkeit: Du musst nur an einer Stelle ändern
Beispiel: Quadrat mit Variable
//! Beispiel: Variablen verwenden
//!
//! Dieses Programm verwendet Variablen für die Größe des Quadrats.
use turtle_lib::*;
#[turtle_main]
fn main() {
turtle.set_pen_color(GREEN);
// Eine Variable für die Seitenlänge
let seitenlaenge = 80.0;
// Zeichne ein Quadrat mit dieser Seitenlänge
for _ in 0..4 {
turtle.forward(seitenlaenge);
turtle.right(90.0);
}
}
Hier verwenden wir eine Variable seitenlaenge für die Größe des Quadrats. Wenn wir die Größe ändern wollen, müssen wir nur die Zeile let seitenlaenge = 80.0; ändern, statt alle vier forward-Befehle!
Mehrere Variablen
Du kannst so viele Variablen verwenden, wie du möchtest:
//! Beispiel: Mehrere Variablen
//!
//! Dieses Programm verwendet mehrere Variablen.
use turtle_lib::*;
#[turtle_main]
fn main() {
// Variablen für verschiedene Werte
let seitenlaenge = 60.0;
let anzahl_seiten = 6;
let winkel = 60.0;
turtle.set_pen_color(ORANGE);
// Zeichne ein Sechseck
for _ in 0..anzahl_seiten {
turtle.forward(seitenlaenge);
turtle.right(winkel);
}
}
Hier haben wir drei Variablen:
seitenlaenge- für die Länge jeder Seiteanzahl_seiten- für die Anzahl der Seitenwinkel- für den Drehwinkel
Das macht den Code sehr übersichtlich!
Variablen in Schleifen verwenden
Du kannst auch Variablen in Schleifen verwenden:
for _ in 0..anzahl_seiten {
turtle.forward(seitenlaenge);
turtle.right(winkel);
}
Hier verwenden wir anzahl_seiten als Anzahl der Wiederholungen!
Variablen ändern
Manchmal möchtest du den Wert einer Variable ändern. Dafür brauchst du das Wort mut (von “mutable” = veränderbar):
let mut laenge = 5.0;
laenge = laenge + 3.0; // Jetzt ist laenge 8.0
Beispiel: Spirale mit sich ändernder Variable
//! Beispiel: Spirale
//!
//! Dieses Programm zeichnet eine Spirale.
use turtle_lib::*;
#[turtle_main]
fn main() {
turtle.set_pen_color(PURPLE);
let mut laenge = 5.0;
// Zeichne eine Spirale
for _ in 0..50 {
turtle.forward(laenge);
turtle.right(90.0);
laenge = laenge + 3.0; // Erhöhe die Länge bei jedem Schritt
}
}
Hier beginnt laenge bei 5.0 und wird in jedem Schritt um 3.0 erhöht. So entsteht eine Spirale, bei der die Linien immer länger werden!
Rechenoperationen mit Variablen
Du kannst mit Variablen rechnen:
let a = 10.0;
let b = 5.0;
let summe = a + b; // 15.0 (Addition)
let differenz = a - b; // 5.0 (Subtraktion)
let produkt = a * b; // 50.0 (Multiplikation)
let quotient = a / b; // 2.0 (Division)
Zahlentypen
In Rust gibt es verschiedene Arten von Zahlen:
- Ganze Zahlen (ohne Komma):
let anzahl = 5; - Kommazahlen (mit Punkt):
let laenge = 10.0;
Für die Turtle-Befehle brauchst du meist Kommazahlen (mit .0 am Ende).
Gute Namen für Variablen
Wähle Namen, die beschreiben, was in der Variable gespeichert ist:
Gut:
seitenlaengeanzahl_wiederholungendrehwinkel
Nicht so gut:
xzahl1dings
Gute Namen machen deinen Code viel leichter verständlich!
Zusammenfassung
Du hast gelernt:
let name = wert;- Erstellt eine Variablelet mut name = wert;- Erstellt eine veränderbare Variable- Variablen machen Code lesbarer und flexibler
- Du kannst mit Variablen rechnen
- Gute Variablennamen sind wichtig für verständlichen Code
Im nächsten Kapitel lernst du Funktionen kennen – eine Möglichkeit, Code zu organisieren und wiederzuverwenden!